Dies
und Das/Urlaub |
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| Die
Normandie ist - nicht nur für Hundeleute - ein interessantes Reiseziel.
Sie ist landschaftlich sehr abwechslungsreich und reizvoll: Felsige Steilküsten
im Norden, breite Sandstrände in der Mitte und im Süden. Es
gibt schnuckelige kleine Dörfer mit urigen Steinhäusern und:
jede Menge alte Schloßgemäuer. Viele sind zu Hotels umgebaut
worden - Übernachtung unbedingt empfehlenswert! Unsere
Reiseroute: |
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| 1.
Etretat |
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| 2. Chateau Bellefontaine, Bayeux, Pont de Normandie | ||
| 3. Omaha Beach | ||
| 4. Pointe du Hoc | ||
| 5. Utah Beach & Sainte-Mère-Eglise | ||
| 6. Halbinsel Cotentin & Barneville-Carteret | ||
| 7. Le Mont Saint Michel | ||
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Etretat Unsere Tour durch die Normandie begann in Etretat in der Haute Normandie. Das kleine Fischerdörfchen ist inzwischen weniger wegen seiner Fischer, als wegen seiner außergewöhnlichen Umgebung bekannt: Rund um Etretat befinden sich die berühmten Kreidefelsen der Normandie. Die sogenannte "Alabasterküste" ("Cote d'Albatre") besteht aus teilweise über 100 Meter hohen Steilklippen, die sich auf einem Streifen von rund 120 Kilometer die Küste der Haute Normandie entlangziehen. |
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| In
Etretat selbst befindet sich die größte und bekannteste Sehenswürdigkeit
der Cote d'Albatre: Der Ort wird von zwei Felsen umrahmt: Der Falaise
d'Amont wo das Meer einen Torbogen in die Felsen gewaschen hat, und westlich
der Falaise d'Aval mit der "Porte d'Aval". Victor Hugo bezeichnete
diese Formation als "Elefant der seinen Rüssel ins Meer taucht".
Wie er darauf kam, kann man auf den Bildern gut erkennen. Zu beiden Seiten von Etretat gibt es Wanderwege oberhalb der Felsformationen von denen man eine atemberaubende Aussicht genießt. Ein tolles Erlebnis! Wobei Hunde hier zu ihrer eigenen Sicherheit besser nicht freilaufen sollten... |
![]() Blick auf Etretat |
| Unterhalb
der Porte d'Aval gibt es eine große Höhle, die nur bei Ebbe
freiliegt und die dann von Etretat aus zugänglich wird. Für
einen solchen Ausflug sollte man allerdings unbedingt den Gezeitenplan
studieren, um unliebsame Überraschungen durch die Flut zu vermeiden.
An der Ostseite von Etretat steht hoch oben auf den Felsen eine kleine Kirche. Direkt nebenan gibt es ein kleines Denkmal, das an zwei Flugpioniere erinnert, die 1927 von Paris aus einen Transantlantikflug versuchten. Coli und Nungesser wurden bei Etretat in ihrem Flugapperat zum letzten Mal gesehen, bevor sie verschwanden und verschollen blieben. Der
Strand von Etretat ist naturgemäß eher klein und besteht aus
großen Kieselsteinen. Für Badeurlaub wäre der Ort also
eher nicht zu empfehlen. (Das wussten wir aber vorher) Aber umso mehr
für diejenigen, die Wanderwege mit atemberaubendem Ausblick suchen. |
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Pont de Normandie, Chateau de Bellefontaine und Bayeux
Weiter gehts nun ins Departement "Calvados" (berühmt wegen seiner Äpfel und des gleichnamigen Apfelweins). Wir fahren über Caen in Richtung Bayeux. Die kleine Stadt haben wir uns für die nächste Übernachtung ausgesucht. Bayeux ist eine der wenigen Städte in der Normandie, die den Krieg relativ unbeschadet überstanden hat. Die prächtige Kathedrale von Bayeux blieb erhalten, ebenso die Altstadt. Allerdings
gab es zwei andere Gründe, warum wir uns ausgerechnet Bayeux als
nächsten Übernachtungsort ausgewählt haben: Die Normandie ist das Land der kleinen und großen Schlösser. Während unserer gesamten Tour haben wir immer wieder mehr oder weniger zufällig am Wegesrand kleinere und größere Schlößchen entdeckt. Viele sind heute zu Hotels umgebaut. Die Übernachtung im Chateau de Bellefontaine in Bayeux war aber schon vorher geplant und erwies sich als echter Glücksgriff.
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| Das Schloss Bellefontaine stammt aus dem 18. Jahrhundert. Es ist umgeben von einem zwei Hektar großen Park - inklusive Wassergraben und Schwänen. Eine
kleine Brücke führt über das Wasser, überall alter
Baumbestand und riesige sattgrüne Rasenflächen... |
![]() Chateau de Bellefontaine in Bayeux |
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Omaha Beach Für Geschichtsbewusste ist die Normandie vor allem mit einem Begriff verbunden: dem "D-Day". An insgesamt fünf Stränden der Basse Normandie landeten am 6. Juni 1944 die Truppen der Allierten um die Besatzung Frankreichs durch die deutschen Truppen zu beenden. Mit über hunderttausend Soldaten war die "Operation Overlord" die größte gemeinsame Militäraktion der Allierten im 2. Weltkrieg. An einem einzigen Tag fielen zigtausende Soldaten beider Seiten. Die Landungsstrände tragen noch heute ihre damaligen militärischen Namen: Omaha Beach, Utah Beach (an diesen beiden landeten die Amerikaner), Gold Beach und Sword Beach (Landung der Briten) und Juno Beach (Kanadier). Allein am Omaha Beach fielen Am D-Day nach unterschiedlichen Quellenangaben zwischen 3000 und 4000 Soldaten. Daher wurde Omaha auch als "bloody Omaha" bekannt. Die Landungszone des Omaha Beach erstreckte sich von Vierville-sur-Mer bis zum kleinen Fischerhafen von Port-en-Bessin, fast 10 Kilometer Länge! |
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Die Verluste der Amerikaner, die diesen Strandabschnitt übernommen hatten, waren u.a. deshalb so groß, weil im Gegensatz zu den anderen Landungsstränden die vorherigen Bombardierungen durch Schiffe und Flugzeuge fehlgeschlagen waren. Die Verteidigungsstellungen am Strand waren somit noch größtenteils intakt, die Soldaten wurden quasi chancenlos ins Maschinengewehrfeuer der Gegener geschickt... Hollywood hat diese grausame Schlacht mehrfach verfilmt, zuletzt im Film "Der Soldat James Ryan" von Steven Spielberg. Hier ist in den ersten zwanzig Minuten die Schlacht am Omaha Beach en detail nachgestellt. |
![]() Omaha Beach bei Colleville sur Mer (Vordergrund: Bunker) |
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Soweit der kurze geschichtliche Abriss zur Erklärung. Zudem gibt es in der gesamten Region zahlreiche Museen die sich mit den Geschehnissen des D-Day befassen. Besonders interessant für uns war es aber die Region auf eigene Faust zu erkunden. Der Omaha Beach ist heute quasi ein gigantisches Freiluftmuseum. Zahlreiche Bunkeranlagen in den Dünen können erkundet werden, jeder erzählt für sich selbst seine eigene grauenvolle Geschichte... Ironischerweise zählen Omaha Beach und Utah Beach zu den schönsten Stränden der Normandie. So ist es heute normal, dass sich dort zu den Touristen, die die Bunkeranlagen besichtigen, auch zahllose Strandurlauber gesellen. Auch das Sportangebot an den weitläufigen, breiten Sandstränden ist groß. U.a. kann man z.B. Strandsurfen. |
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Pointe du Hoc Die Pointe du Hoc ist eine 50 Meter lange und etwa 30 Meter hohe vorspringende Klippe an der Calvadosküste. (Hier gibt es ein Luftbild) Der Felsvorsprung ragt hier weit ins Meer hinein, er liegt genau zwischen den Strandabschnitten von Utah Beach und Omaha Beach. Daher hatte diese Stelle bei der Landung der Allierten am D-Day eine Schlüsselposition. Die deutschen Verteidigungstruppen bewachten von dieser Stelle aus beide Strände. Sie hätten somit die amerikanischen Landungstruppen an den Strandabschnitten Utah und Omaha Beach gleichzeitig unter Beschuss nehmen können. |
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Am Vorabend des D-Day griffen die Allierten daher mit Bomberverbänden den Stützpunkt auf der Pointe du Hoc an. Ein wahrer Bombenregen ging auf die Klippen nieder. Mehrere hundert Tonnen Bomben wurden dort abgeworfen. Noch heute ist das gesamte Gelände von teilweise riesig großen Bombenkratern durchzogen. Diese "Hügellandschaft" kann man zu Fuß durchlaufen. Ein Tourist-Center bietet auch Führungen an. Wenn man dort durchläuft, erahnt man, wie heftig diese Bombardierungen gewesen sein müssen. Heute hingegen haben insbesondere die Kinder der Touristen großen Spaß daran, spielend durch die Hügel auf- und abzurennen... |
![]() Blick auf die Pointe du Hoc |
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Aber zurück zur Geschichte: Trotz der heftigen Bombardierungen gelang es den Allierten nicht, die Befestigungen komplett auszuschalten. Deshalb wurde ein kleines US-Rangerbataillon mit 225 Soldaten beauftragt, die Geschütze am Morgen des D-Day (vor der eigentlichen Landung an den Stränden) zu vernichten. Der Plan sah vor, dass die Ranger mit Landungsbooten an den Füßen der Klippen landen und mit Seilen und Steckleitern die Felswände empor klettern sollten. Im Anschluß sollten die Ranger das Batteriegelände erobern und die Geschütze durch Sprengung unbrauchbar machen. Allerdings trafen die Amerikaner auf starken Widerstand. Die deutschen Soldaten schossen von oben auf die Kletterer, bewarfen sie mit Granaten und schnitten ihre Seile durch. Am Ende überlebten nur knapp 90 von 225 US-Rangern die Aktion am Pointe du Hoc. Heute ist die Spitze die Pointe du Hoc von Einsturz bedroht. Das Meer hat in den letzten 60 Jahren rund 10 Meter Felsenküste erodiert. Daher werden nun die Auswaschungen unter dem Pointe du Hoc mit Beton verfüllt und Stabilisierungsbohrungen vorgenommen um den Felsen vor dem Absturz zu bewahren. |
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Utah Beach & Sainte-Mére-Eglise Nach Omaha Beach und der Pointe du Hoc wollten wir uns - da es ohnehin auf dem Weg lag - noch den Utah Beach ansehen. Hier waren die Kämpfe nicht so heftig wie am Omaha Beach, daher ist er auch weniger bekannt. Allerdings gibt es natürlich auch hier Denkmäler, Museen, Bunker... Zudem
war das Wetter richtig schön, so dass wir uns einfach auf Strand
und Meer gefreut haben. |
| Nach ein bisschen Abhängen am Strand und einem langen Spaziergang mit Muscheln sammeln und Hundeplanschen ging es dann weiter zu unserem endgültig letzten Ziel in Sachen D-Day-Aufbereitung: Dem Ort "Sainte-Mère-Eglise". Hier steht eine Kirche die im Krieg ungewöhnliche Berühmtheit erlangte. Sainte-Mère-Eglise liegt im Hinterland von Utah Beach. Im Vorfeld des D-Day setzten die Amerikaner hier tausende Fallschirmspringer ab, die die Umgebung sichern sollten. Dabei passierte einem ein Missgeschick. Der Fallschirmjäger John Steele blieb mit seinem Fallschirm an den Ecktürmen des Kirchturms hängen. Er konnte sich nicht befreien, da der Kirchenplatz zu diesem Zeitpunkt heftig umkämpft war. So musste er von oben hilflos mit ansehen, wie seine Kameraden erschossen wurden. |
![]() Utah Beach bei Ebbe |
| Am Ende allerdings gelang es den Amerikanern den Ort einzunehmen. Auch Steele wurde befreit und überlebte. Heute hängt an dem Kirchturm von Sainte-Mère-Eglise eine kleine Fallschirmspringer-Figur, die an die ungewöhnliche Geschichte erinnert. Außerdem befindet sich in dem Ort - passenderweise - noch ein Fallschirmjägermuseum.
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Halbinsel Cotentin und Barneville-Carteret Von
Sainte-Mère-Eglise aus geht es über die Halbinsel Cotentin.
Sie gilt als urwüchsigste Landschaft der Normandie. Vieles hier erinnert
schon an die Bretagne (die ja nicht mehr weit entfernt ist) oder an den
Südwesten Englands (ist ja ebenfalls nicht weit entfernt
Auf
dem Weg passieren wir Valognes und Briquebec. In Briquebec
beeindruckt uns erneut ein riesiges Schloss, das wir bei der Durchfahrt
entdecken. Die L'Hostellerie
du Chateau ist auch ein Hotel. Dieses Mal übernachten
wir allerdings nicht, denn unser nächstes Hotel ist bereits gebucht
und befindet sich in Barneville-Carteret. |
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Barneville-Carteret liegt an der Westküste des Cotentin und ist ein Bade- und Touristenörtchen. Wir hatten den Ort eingeplant, um hier nach den zahlreichen Besichtigungstouren ein bisschen zu relaxen und am Strand abzuhängen. Kaum vor Ort angekommen gab es da aber eine Enttäuschung: Hunde sind am Strand nicht erlaubt! Ziemlich ärgerlich - zumal ich vor dem Urlaub extra noch nachrecherchiert hatte und von zwei Quellen eine andere Aussage bekommen hatte... Allerdings sahen die Schilder noch recht neu aus, vermutlich gibt es diese Regelung also noch nicht so lange. Jedenfalls war es in unserem ganzen Urlaub der einzige Ort, in dem uns ein solches Hundeverbotsschild begegnet ist. An allen anderen Stränden waren Hunde erlaubt. |
![]() In Barneville-Carteret sind Hunde am Strand nicht erlaubt |
| Trotzdem
bekamen wir am Ende doch noch unser Strandvergnügen: Läuft man
die Strandstraße von Barneville Plage bis zum Ende durch, so erreicht
man das nächste Örtchen Saint Jean de la Riviere. Dort ist der
Strand unbewacht, d.h. es gibt keine Rettungsschwimmer und keine Strandbuden
und das Wichtigste: Hunde sind erlaubt! Übrigens:
Wenn man in Barneville-Carteret ist, lohnt sich ein Besuch des "Papagayo".
Das Lokal ist eine Mischung aus Cocktailbar, Bistro und Imbiss. Es gibt
verschiedene Gerichte, u.a. Pizza und Hamburger, aber auch Kebap - und
zwar auf französische Art! D.h. schmeckt anders und sieht anders
aus als in Deutschland, war aber sehr lecker! Außerdem gibt es Cocktails
und exotische Biermischgetränke zu sehr günstigen Preisen.
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Le
Mont Saint Michel |
| Nach
der Legende erschien der Erzengel Michael dem Bischof Aubert von Avranches,
mit dem Auftrag zum Bau einer Kirche auf der Felseninsel. Aber der Bischof
folgte auch der mehrfach wiederholten Aufforderung nicht, bis der Engel
ihm mit seinem Finger ein Loch in den Schädel brannte. Der Schädel
von Aubert mit dem Loch wird in der Kirche St-Gervais in Avranches aufbewahrt.
Allerdings ist man sich heute relativ sicher, dass es sich nur um einen
behandelten Schädel aus dem Mittelalter handelt. 1017 wurde mit dem Bau der zentralen Klosteranlage auf dem Mont St. Michel begonnen, aber erst 500 Jahre später war sie fertiggestellt. Während der französischen Revolution wurde die Abtei in ein Gefängnis umgewandelt. |
![]() Der Mont Saint Michel |
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Der Mont St. Michel ist über einen Damm zu erreichen, der seit 1877 die Insel mit der Küste verbindet. Allerdings kann es durch Sturmfluten noch heute dazu kommen, dass die Insel vom Festland abgeschnitten wird. Durch den Bau des Dammes, der die natürliche Meereströmung unterbricht, versandet die Bucht immer mehr. Durch aufwendige Bauarbeiten versucht man heute diesen Prozess zu stoppen. In den kommenden Jahren soll der Damm verschwinden und durch eine Brücke ersetzt werden.
Fazit:
Urlaub mit Hund in Nord-Frankreich |