Dummy Was ist Dummyarbeit? |
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Zunächst einmal: Dummytraining ist weit mehr als ein Säckchen durch die Luft werfen und den Hund danach rennen lassen. Deshalb an dieser Stelle ein kleiner Ausflug in die Dummy-Geschichte. Dummytraining wurde in Großbritannien erfunden. Nicht verwunderlich eigentlich, denn die Jagd hat auf den britischen Inseln traditionell viele Anhänger und ist weit verbreitet. Doch standen die Jäger bei der Ausbildung ihrer Jagdhunde vor einem Problem: Womit sollten sie ihre Hunde außerhalb der Jagdsaison beschäftigen um ihren Leistungsstand auf einem kontinuierlichen Level zu erhalten? Ein weiteres Problem: Die Ausbildung von jungen, unerfahrenen Hunden. Sie direkt mit Wild auszubilden, ist aus jagdethischen Gründen eigentlich nicht vertretbar. Waidgerechtes Arbeiten ist nur mit einem schon ausgebildeten Hund möglich. Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts kamen die britischen Waidmänner dann auf die Idee, Leinensäckchen zu füllen und als Wildersatz für das Training zu nehmen – der erste Dummy (= engl. Attrappe) war erfunden. Dadurch konnten nun bereits sehr junge Hunde an die Arbeit herangeführt werden.
Inzwischen hat sich die Dummyarbeit weit verbreitet und ist längst nicht mehr nur ein Hobby der Jägerschaft. Im Gegenteil: Sie hat sich quasi als eigener Hundesport mitsamt Prüfungen, Workingtests und Meisterschaften etabliert. Die Aufgaben in den Prüfungen und Workingtests sind weiterhin sehr stark an den Anforderungen in der jagdlichen Praxis orientiert. Es werden verschiedenste Situationen simuliert, die bei einer Jagd vorkommen können - nur eben gänzlich unblutig mit Dummys statt echtem Wild. Es fallen Schüsse, Dummys "fliegen" durch die Luft, die Hunde müssen sich mehrere Fallstellen merken, bei Verlorensuchen ihre feine Nase einsetzen und sich beim Einweisen von ihrem Hundeführer per Handzeichen und Pfiff in verschiedene Richtungen zur Suche schicken lassen - die Bandbreite der Aufgaben ist sehr groß. Der
besondere Reiz der Dummyarbeit liegt für mich persönlich vor
allem darin, dass zwischen Hund und Hundeführer eine große
Vertrauensbasis vorhanden sein muss, um erfolgreich zu arbeiten. Der Hund
arbeitet auf große Entfernungen, muss einerseits viel selbständiges
Arbeiten zeigen, andererseits aber immer durch den Hundeführer ansprechbar
und lenkbar sein. Darüber hinaus gibt es beim Dummytraining einfach
eine schier unerschöpfliche Bandbreite an Aufgaben. Auch wenn der
Grundstein in den sogn. "drei Apporten" liegt (Markierung, Einweisen,
Verlorensuche) so gibt es unendlich viele Variations- und Kombinationsmöglichkeiten.
Es bleibt also immer spannend und abwechslungsreich. Spaniels
und andere Hunderassen beim Dummytraining Die meisten, früher klassisch als Jagdhunde verwendeten Rassen, werden heute als Familienhunde gehalten. Ob nun Spaniels und Setter oder die heute so beliebten Magyar Vizslas und Weimaraner - sie alle teilen inzwischen eher Bett und Couch mit ihren Menschen als noch im Wald ihrer ursprünglichen Arbeit nachzugehen. Und nicht wenige sind als Familienhund manchmal unterfordert... Dummytraining bietet eine prima Möglichkeit diese Hunde artgerecht, d.h. gemäß ihrer natürlichen Anlagen, zu beschäftigen. Denn die Arbeit mit den kleinen Säckchen liegt den meisten Jagdhunderassen näher als die modernen, "künstlichen" Hundesportarten wie Agility, Obedience, Flyball & Co.
In Großbritannien wird Dummyarbeit nicht nur von Retrievern sondern auch von Spaniels betrieben. Verwendet werden hier hauptsächlich Hunde aus den sogenannten Field Trial Linien, also Working Springer und Working Cocker Spaniels. In eigenen "Field Trials" werden diese Hunde geprüft. Field Trial Winners (FTW) oder Field Trial Champions (FTCH) werden dann bevorzugt zur Weiterzucht eingesetzt. In
Deutschland hingegen gibt es nur sehr sehr wenige "Nicht-Retriever"
die Dummyarbeit ernsthaft, d.h. mit Teilnahme an entsprechenden Prüfungen,
betreiben. Mit einem Spaniel oder anderen Jagdhund ist man hierzulande
in jedem Fall "ein bunter Hund" im Dummybereich. |
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Ausstattung
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