Agility/
Agility - Führtechniken


Was bedeutet "Führtechnik" beim Agility?
Für einen Laien sieht Agility meist recht einfach aus: Man läuft neben dem Hund her und dirigiert ihn "irgendwie" über die Hindernisse.
Wer sich dann ernsthafter mit Agility beschäftigt, wird jedoch sehr schnell feststellen, dass das nicht die ganze Wahrheit ist: Die zentrale Frage beim Agi lautet nämlich: WIE führe ich meinen Hund über den Parcours, um möglichst zu vermeiden, dass Fehler passieren und da wären wir schon bei unserem Thema: "Führtechnik".

Die Führtechnik spielt beim Agility die zentrale Rolle. Die Aufgabe des Hundeführers ist eigentlich einfach erklärt: Er/Sie sollte seinen Hund so führen, dass möglichst keine Missverständnisse aufkommen können, d.h. für den Hund sollte klar ersichtlich sein, wo es als nächstes im Parcours hingeht.

Die Sache mit den Wechseln:

Ein wesentliches Element der Führtechniken sind die Seitenwechsel oder kurz Wechsel genannt.
Mit "Wechsel" bezeichnet man den Wechsel von einer Führseite zur anderen. D.h. vorher hat man den Hund z.B. auf seiner rechten Seite und nach dem Seitenwechsel auf seiner linken Seite. (oder halt umgekehrt, vorher links und nach dem Wechsel rechts).

Um diese Wechsel im Parcours durchzuführen gibt es verschiedene Möglichkeiten:

1. Der "Belgische Wechsel":
Hierbei wechselt man mit der (eigenen) Brust zum Hund, indem man eine 180 Grad Drehung von einer Seite auf die andere macht. Das wäre dann der sogenannte "Belgische Wechsel" oder "Belgier"

Zum veranschaulichen empfehle ich die Beispielvideos von der Internetseite der Agilityfreunde Kaiserslautern:
http://www.agilityfreunde-kl.de/neue_HP/content/category/15/43/71/

 

2. "Französischer Wechsel"/"Blinder Wechsel":
Hier wechselt man mit dem Hund im Rücken, indem man einfach vor dem Hund die Bahn kreuzt. Das nennt man "französischer Wechsel" oder "Franzose" oder auch "blinder Wechsel". Bei dieser Technik hat man den Hund für einen kurzen Moment nicht im Auge. Ist also nicht ganz unriskant, denn im Moment des Wechsels sieht man nicht, was der Hund hinter einem macht.

Zum veranschaulichen empfehle ich die Beispielvideos von der Internetseite der Agilityfreunde Kaiserslautern:
http://www.agilityfreunde-kl.de/neue_HP/content/category/15/43/71/

 

3. "Hinter dem Hund" wechseln
Für diesen Wechsel gibts soweit ich weiß keinen besonderen Begriff gibt. Hierbei wechselt man HINTER dem Hund (im Gegensatz zu 1 und 2), indem man einfach von einer Seite auf die andere läuft und evtl. mit einem Arm noch ein Handzeichen gibt.

Zum veranschaulichen empfehle ich die Beispielvideos von der Internetseite der Agilityfreunde Kaiserslautern:
http://www.agilityfreunde-kl.de/neue_HP/content/category/15/43/71/



Dann gibt es noch zwei weitere Wechsel, die nach bekannten Agililty-Sportlern, die als ihre Erfinder gelten, benannt sind:


4. "Ketschker-Wechsel"
oder "Change"
Über diesen Wechsel wird gerne und viel diskutiert unter Agi-Fachleuten :-) Die einen nennen ihn Ketschker nach Jürgen Ketschker, der ihn erfunden haben soll - die anderen "Change". Wie auch immer man das "Ding" nun nennen mag - ich versuche mal zu erklären was man darunter versteht:

Beim Ketschker oder Change führt man den Hund hinter seinem Rücken herum. Man nimmt ihn auf der einen Führseite an, bleibt mit der Brust gegen die Laufrichtung des Hundes, der Hund läuft um den HF herum und man empfängt ihn auf der anderen Führseite wieder.

Klingt nicht nur in der Theorie kompliziert :-) Bis die praktische Umsetzung klappt braucht es auch einige Zeit ;-). Und auch nach viel Üben bleibts ein risikoreicher Wechsel... Zudem kann man ihn nur an bestimmten Stellen im Parcours einsetzen. Z.B. immer dann wenn im Parcours eine Art Schlangenlinie gelaufen werden muss. (siehe Beispielbild unten) Der Ketschker/Change ist eigentlich auch ein Wechsel, den man nur gut mit richtig schnellen Hunden durchführen kann. Mit kleinen Hunden ist er auch eher nicht soo das Mittel der Wahl, weils da oft bessere Lauf-Alternativen gibt...


Hier mal ein Beispiel anhand eines Bildes
: Die rote Linie markiert den Weg, der vom Hund gelaufen werden muss. Das Kreuz ist die Stelle, an der man als HF (sinnvoll) einen Ketschker machen könnte.

Dabei würde man mit der Brust in Richtung unterer Bildrand zwischen Hürde 1 und 2 stehen (wo das Kreuz ist) und den Hund hinter seinem Rücken herum führen.

 

5. "Hinky Dreher"
Der Hinky-Dreher ist eigentlich eine Art belgischer Wechsel. Allerdings wird er nicht langgezogen gelaufen, sondern auf der Stelle gedreht. Vorteil soll sein, dass der Hund dabei sehr enge Wendungen macht.

Zum veranschaulichen empfehle ich die Beispielvideos von der Internetseite der Agilityfreunde Kaiserslautern:
http://www.agilityfreunde-kl.de/neue_HP/content/category/15/43/71/